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Wieso lohnt sich Stadtwärme

Der häufigste Fehler beim Heizkostenvergleich lautet: Brennstoffkosten = Wärmekosten

 

Um einen fairen Preisvergleich zwischen verschiedenen Energiesystemen zu erhalten, müssen alle Kosten eines Heizsystems mit einbezogen werden.
Welche Kosten muss ich beim fairen Heizkostenvergleich berücksichtigen?
Hierzu zählen neben den verbrauchsgebundenen Kosten auch die kapitalgebundenen Kosten, die betriebsgebundenen Kosten und sonstige Kosten. Zusammen bilden diese vier Kategorien die Vollkosten.
Vollkosten = kapitalgebundene Kosten + verbrauchsgebundene Kosten + betriebsgebundene Kosten + sonstige Kosten
Hierzu zählen neben den verbrauchsgebundenen Kosten auch die kapitalgebundenen Kosten, die betriebsgebundenen Kosten und sonstige Kosten. Zusammen bilden diese vier Kategorien die Vollkosten.
Vollkosten = kapitalgebundene Kosten + verbrauchsgebundene Kosten + betriebsgebundene Kosten + sonstige Kosten
Kapitalgebundene Kosten – Ausgaben für technische und bauliche Anlagen:
  • Hausanschlusskosten (Leitung von der Straße bis ins Haus)
  • Bauliche Anlagen (z. B. Heizraum, Tankraum bei Ölheizung)
  • Öltanks mit Zubehör
  • Schornstein
  • Wärmeerzeuger mit Zubehör (Kessel, Hausstation, Solarthermieanlage, Wärmepumpe usw.)
  • Feuerung mit Zubehör (Brenner, Brennergebläse, Ölpumpe)
  • Wärmeübertrager und Warmwasserbereiter
  • Rohrleitungen, Pumpen, Regler – die für den Betrieb benötigt werden
  Betriebsgebundene Kosten – Kosten in direktem Zusammenhang mit dem Betrieb der Heizungsanlage:
  • Wartung
  • Instandhaltung
  • Reparaturen
  • Inspektionen, Kundendienst
  • Schornsteinfeger, Emissionsprüfungen
  • Verbrauchsabrechnung (Heizkostenabrechnung)
  • Bedienung, Betätigung (z. B. durch externen Dienstleister)
  Verbrauchsgebundene Kosten – Kosten in direktem Zusammenhang mit der Wärmeerzeugung:
  • Brennstoffe (hier Stadtwärme als fertige Wärme, Erdgas, Heizöl, Strom für Wärmepumpe, Holz)
  • Hilfsenergie (Strom für Brennergebläse, Umwälzpumpen, Verbrennungsluftventilator, Heizraumbelüftung)
  • Sonstige Betriebsstoffe
Sonstige Kosten sind stark objektabhängig. Hier enthalten sind bspw. Versicherungen, Verwaltungskosten, Reinigung usw.
Die Vollkosten verschiedener Energieerzeugungssysteme werden nur vergleichbar, wenn man die einzelnen Kostenpositionen auf einen gemeinsamen Nenner bringt. Bei der Berechnung der Vollkosten erfolgt dies mittels der sogenannten „Annuisierung“. Dabei werden alle anfallenden Kosten in Jahreskosten umgewandelt. Hiermit wird die Nutzungsdauer einzelner Anlagenbestandteile berücksichtigt. Kosten für Anlagen und Bauteile treten somit nicht einmalig im Jahr der Anschaffung auf, sondern werden in Form von Abschreibungen auf die gesamte Nutzungsdauer aufgeteilt und verzinst. Addiert werden hierzu die jährlich anfallenden betriebs- und verbrauchsgebundenen Kosten. Diese Rechnungsweise wird als Vollkostenvergleich bezeichnet und ist in der Norm VDI 2067 definiert. (Die Norm definiert auch die Abschreibungsdauer einzelner Anlagen, die von der Nutzungsdauer in der Praxis positiv oder negativ abweichen kann.)
Der Wärmepreis einzelner Energiesysteme setzt sich mit bis zu 50% aus nicht verbrauchsgebundenen Kosten zusammen. Wer den Stadtwärmepreis mit den reinen Brennstoffkosten vergleicht, rechnet falsch.
Beim Neubau oder Sanierung
  • Die Übergabestation für die Stadtwärme ist sehr kompakt (sie benötigt ca. 0,5 m2). Dies spart Platz im Hauswirtschaftraum, der entweder anders genutzt oder bei der Grundrissplanung vermieden werden kann.
  • Beim Bezug von Stadtwärme findet keine Verbrennung im Haus statt. Die Kosten für einen Schornstein entfallen somit.
  • Die Anschaffungskosten für eine Hausübergabestation liegen unter denen anderer Heizsysteme wie z. B. einer Gasheizung mit Solarthermie oder einer Wärmepumpe.
  • Der gute Primärenergiefaktor wirkt sich positiv auf den Primärenergiebedarf Ihres Hauses aus, was Ihnen bei der Erfüllung der Anforderungen an die Gebäudehülle zu Gute kommt – Sie sparen Geld für die Dämmung.
  • Der gute Primärenergiefaktor erleichtert Ihnen die Erfüllung der Anforderungen einzelner Fördermittelprogramme bspw. bei der KfW-Bank.
  • Aufgrund des guten Primärenergiefaktors können Sie auf eine teure Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung verzichten.
  • Die Verlegung der Stadtwärmeleitung wird gefördert. Die Förderung wird vom Versorger (GWA) beantragt und Ihnen nach dem Erhalt gutgeschrieben.
Im Betrieb
  • Bei der Stadtwärme fallen keine jährlichen Kosten für Schornsteinfeger und Emissionsprüfung an.
  • Stadtwärme ist wartungsarm. Die Hausübergabestation zeichnet sich durch eine hohe Haltbarkeit sowie minimalen Instandhaltungs- und Wartungsaufwand aus. Während man bei modernen Brennwertan- lagen mit einer Lebensdauer von 15 Jahren rechnet, hält die Übergabestation in der Regel 30 Jahre.
  • Ein Hauptunterschied bei Heizungssystemen ist der Wirkungsgrad. In Ihrem Haushalt wird 1 kWh Stadtwärme in dieselbe Menge Nutzwärmeenergie umgesetzt. Hingegen erreichen Sie selbst mit einer modernen Gasbrennwerttherme kaum den deklarierten Normnutzungsgrad von 98-99 %. Im Durchschnitt benötigen Sie oft die 1,1-fache Energiemenge, um 1 kWh Nutzwärme zu erhalten. Bei älteren Anlagen ohne Brennwerttechnik und hydraulischen Abgleich muss teils die 1,65-fache Energiemenge verfeuert werden, um 1 kWh Wärme zu erzeugen. Bei Stadtwärme zahlen Sie also für fertige Wärme, bei Erdgas für Endenergie, die erst mit Verlusten in Nutzenergie (Wärme) umgewandelt werden muss. Deswegen darf aus einem bekannten Erdgas- oder Heizölverbrauch nicht eins-zu-eins auf den zukünf- tigen Stadtwärmeverbrauch geschlossen werden.
  • Bei Stadtwärme entstehen in der Regel geringere Kosten im Bereich der Hilfsenergie (Strom für Pumpen, Gebläse, Belüftung, usw.).
  • Da keine Verbrennung in Ihrem Haus stattfindet, ist die Versicherungsrate in der Regel geringer.